Die Weiße Wanne ist als Abdichtungsart nahezu zur Standardlösung für die Abdichtung von im Erdreich liegenden Betonbaukörpern geworden, unabhängig davon, ob gegen Bodenfeuchte, nichtstauendes Sickerwasser aufstauendes Sickerwasser oder von außen drückendes Wasser abgedichtet werden muss. Die Art des Bauwerks spielt nahezu keine Rolle mehr, die Spanne reicht vom Einfamilienhauskeller über Tiefgaragen, Verwaltungsgebäude bis hin zu Ingenieurbauwerke. Lange Zeit war diese Bauart ungeregelt, ab Mitte der 90-iger Jahre hat sich der DBV in Form seiner Merkblattsammlung mit dieser Bauweise intensiv auseinandergesetzt und praktisch sehr gut verwertbare Informationen für Planung und Bauausführung geliefert. Seit dem Jahr 2003 ist die DAfStb-Richtlinie - Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton - das Maß der Dinge, später ergänzt durch Erläuterungen zu dieser DAfStb-Richtlinie.

Ungeachtet der Tatsache, dass ordnungsgemäß geplante und fachgerecht gebaute Weiße Wannen ihre abdichtende Aufgabe vielfach ohne jede Beanstandung übernehmen, ist aber auch die Zahl der wasserbelasteten Keller und Tiefgaragen dieser Bauart, die nachträglich Mängeln aufweisen, sehr hoch. Bei beanstandeten Weißen Wannen ist kein gravierender Unterschied festzustellen, ob sie von großen oder kleinen Büros geplant oder von großen oder kleinen Firmen erstellt worden sind. Die Schadensursachen sind durchgängig immer gleich. Die vielen Beweisverfahren und Rechtsstreite zu diesem Thema beweisen dies mehr als deutlich.

Der erfolgreiche Bau einer Weißen Wanne beginnt mit der Planung und der Aufklärung des Bauherrn über die unter bestimmten Vorgaben erzielbare Leistungsfähigkeit und die Besonderheiten dieser Abdichtungsart. Der für das Objekt verantwortliche Planer darf nicht übersehen, dass er gegenüber seinem Auftraggeber - gerade in diesem speziellen Fall - eine umfangreiche Beratungspflicht hat und er darf dabei auch nicht unbeachtet lassen, dass sein Auftraggeber im Regelfall Laie zum Thema Weiße Wanne ist. Erfahrungsgemäß erklärt sich spätesten jeder unzufriedene Auftraggeber im Gerichtsverfahren zum Laien. Die Tatsache, dass er eigentlich nur "billig" bauen wollte, geht dann regelmäßig zu Lasten des Architekten unter.

Die Beanspruchungsklasse ist im Vorfeld der Planung festzustellen, was sicher nur durch Einholung eines Bodengutachtens mit Aussage zum Bemessungswasserstand möglich ist. Private Bauherren sparen sich diese Kosten gerne, manche Architekten melden dagegen auch keine Bedenken an und merken nicht, dass sie damit in Gefahr geraten, eine fehlerhafte Planung abzuliefern.

Die Beratung über die gewünschte Nutzungsklasse sollte mit allen Abwägungen immer ausführlich erfolgen. Das Beratungsergebnis sollte schriftlich abgefasst und vom Auftraggeber unterschrieben werden. Hier kommt es nahezu regelmäßig zur der Tatsache, dass sich der Erwartungshorizont der Auftraggeber deutlich von der technischen Vereinbarung unterscheitet. Bei z. B. einer Tiefgarage, für die Nutzungsklasse B vereinbart wurde, wird der "Normalauftraggeber" bei Feuchteflecken oder temporärem Wassereintritt einen Mangel rügen. Auffällig ist, dass sich die Richter häufig dem Erwartungshorizont der Bauherren anschließen.

Ein weiteres Beispiel hierzu ist das Thema Rissbreitenbegrenzung. Dieses Thema ist in Abhängigkeit von der Nutzungsklasse ja auch unter wirtschaftliche Aspekten zu werten. Einigt man sich auf eine Rissbreitenbegrenzung von z. B. 0,2 mm, kann man fast sicher sein, das der vom Auftraggeber "bestellte und bezahlte Riss" - wenn er dann auch planmäßig entsteht - vom Auftaggeber anschließend als Mangel gerügt wird.

Trennrisse sind Folge abfließender Hydratationswärme und/oder Zwang. Oft wird aus Kostengründen auf eine ebenflächige Bodenplatte verzichtet. Besonders bei kleineren Objekten wird auf Einzel- und Streifenfundamenten gegründet, was Zwang bewirkt. Die Betonsorte wird unter rein statischen Gesichtspunkten gewählt, was häufig zu Betonen der Überwachungsklasse 1 mit hohen Zementgehalten und entsprechendem Schwindverhalten führt.

Viele Planer unterliegen dem Irrglauben, dass sie mit der Forderung nach WU-Beton bereits den Bau einer Weißen Wanne ausreichend beschrieben hätten. Die detaillierten Vorgaben von z. B. Betonsorten, Fugenausbildungen, Vorbereitung der Betonflächen an die anbetoniert wird, Betonierabschnitten, Dimensionierungen und Bewehrungsausbildungen, die ein fehlerfreies Betonieren ermöglichen, unterbleiben. Oftmals heißt es zu bestimmten Details lediglich "nach Wahl des ausführenden Unternehmens". So etwas ist unterlassene Planung!

Die Nutzbarkeit eines Bauwerks hängt wesentlich von der Funktion der Abdichtung ab. Die Bauüberwachung bedarf deshalb - unabhängig von der vereinbarten Honorarhöhe - einer besonderen Sorgfalt.
Die nachträgliche Abdichtung planmäßiger Risse erfolgt vielfach nicht nach den QS-Vorgaben der Instandsetzungs-Richtlinie des DAfStb und oftmals auch zum technisch falschen Zeitpunkt. Ungeeignete Ausbaustandards erschweren das nachträgliche Füllen von Rissen. Elementwände werden lediglich als preisgünstiger Ersatz für Ortbetonwände gesehen, die mit der Verwendung dieser Fertigteile verbundenen speziellen Aufwendungen werden weder planerisch noch bei der Bauausführung beachtet.

Die Abnahme einer Weißen Wanne erfolgt häufig zu einem Zeitpunkt, zu dem keine Wasserbelastung ansteht. Die Mangelfreiheit der WW kann so eigentlich nicht bestätigt werden.

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